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Geschichte des Stillen Örtchens

Man mag es kaum glauben , aber das "Stille Örtchen" wird auch heute noch tabuisiert. Dem doch eigentlich natürlichen Vorgang , welchem wir auf dem WC nachgehen wird immer noch wenig Beachtung geschenkt. Sex,- und Drogenthemen wird heute mehr Diskussionszeit gewidmet. All dies, obwohl ein heute 60-Jähriger in seinem Leben mehr als 150 Tage auf dem Klo verbracht hat.

Bereits vor 4000-5000 Jahren besaßen Inder, Chinesen und Sumerer wassergespülte Toiletten.  Aborte aus dem Jahr 2300 vor Christus wurden in Mesopotamien gefunden. Dieselbigen verfügten bereits über Wasserläufe, standen im Hof und hatten Fußplatten. Ägyptische und griechische Häuser erhielten 300 v.Chr. Steinsitze mit untergestellten Gefäßen wenn deren Besitzer zur Oberklasse gehörten. Kaiser Vespanian hat im Colosseum bereits Gemeinschaftstoiletten verbauen lassen in denen 25 Personen gleichzeitig sich erleichtern konnten. Künstliche Wasserkanale spülten die Fäkalien dann hinweg.

Das Mittelalter ging wenig hygienisch mit den Fäkalien um. Die im Nachttopf gesammelten Exkremente wurden morgens lediglich aus dem Fenster heraus beseitigt. Reiche hatten zu seiner Zeit "Abtritt-Erker" durch dessen unterseitige Öffnung die Strasse gepflastert wurde.

Erst im 15.Jahrhundert wurde das WC mit entsprechender Hingabe bedacht. In London wurden seinerzeit öffentliche Toiletten errichtet in denen gleichzeitig 130 Personen Platz fanden. Der Berufsstand der Grubenräumer schaufelte die Hinterlassenschaft auf Felder , in Senkgruben und Flüsse.    Leonardo da Vinci , Maler , Anatom , Forscher und Erfinder, in allen Belangen seiner Zeit weit voraus, erwarb nicht nur hinreichende Kenntnisse über die Entwicklung von Flugapparaten, sondern beschäftigte sich auch mit der Entwicklung von geruchlosen Toiletten. 1596 erfand der englische Dichter Sir John Harrington das Wasser Closet. Der englischen Königin Elisabeth der I. gefiel seine Erfindung außerordentlich, doch dies nützte Harrington nichts, da der Durchbruch seiner Erfindung erst zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang. Im Großbritannien dieser Zeit gründete sich eine "Hygienische Bewegung" welche die katastrophalen Verhältnisse der Arbeiter bekämpfte. Nun kam es in vielen Städten zur Einrichtung von Kanalisationen, die das Einrichten von Toiletten ermöglichte.  1775 erfand wiederum ein Engländer den Siphon durch dessen S-förmigen Wasserverschluss die Geruchsbelästigung eingedämmt wurde.

Um 1800 besaß etwa ein Viertel der Londoner Haushalte ein WC (Water Closet), in Berlin waren es nur neun Prozent. Das Prunkschloss in Versailles , welches Ende des 17.Jahrhunderts erbaut wurde musste ohne jegliche Toilette auskommen. Frankreichs König Ludwig der XIV. besaß einen Leibstuhl , der ihm bei allen sitzenden Tätigkeiten untergeschoben wurde. 208 Nachtstühle und 66 Sessel standen seinen Gästen zur Verfügung.  Nachtgeschirr wurde 1842 durch die Gebrüder Horn im Schwarzwald erstmals gefertigt. Dem Gründer der Firma Duravit standen 70 Beschäftigte zur Verfügung, welches dessen Nachfrage bestätigte. Caspar Geberit zählte auch bald zu den ersten Unternehmern der Sanitärbranche. Spülkästen, Spül,-und Rohrleitungssysteme bestimmten sein Produktionsprogramm. Villeroy und Boch erweitert 1871 sein Produktionsprogramm um Urinale und WC's. Bis ins 20. Jahrhundert hinein gibt es vielerorts immer noch das berühmte Plumps-Klo, welches im Garten, im Keller oder im Stall untergebracht war.  Heute ist das Interesse an WC-Hygiene so groß, dass sich Designer wie Luigi Colani, Phillipe Starck, Norman Foster oder Toni Ungerer und viele weitere damit beschäftigen. International wird auf dem Welttoilettentag in Singapur versucht, diese Hygiene auch dem Rest der Bevölkerung zuteil werden zu lassen. Von 4000 indischen Städten verfügen lediglich 250 über eine Kanalisation. Es ist also üblich auf die Strasse zu machen.

Es gibt heute Toiletten-Akademien in dessen Einrichtungen Toilettenpersonal geschult wird. In Japan gibt es gar "Stille Örtchen", welche in der Lage sind die Hinterlassenschaften auf Krankheiten zu untersuchen.

Und was wird in der Zukunft möglich ? Es stehen schon Entwicklungen der besonderen Art an. Laserklosetts die Ausscheidungen schon in der Luft analysieren, abfangen, zerstäuben und absaugen.  Ein Vorgang deren einer Kloschüssel nicht mehr bedarf. Oder die Klohose , welche am Körper getragen wird. Direkt mit dem Darmausgang verbunden landen die Fäkalien in einer Röhre , werden von Bakterien zersetzt, durch Laserlicht zerstäubt und in einem Aktivfilter aufgefangen.  Na, das wollen wir doch erstmal selbst testen, bevor wir Ihnen so etwas anbieten.

Die teuerste Toilette der Welt steht übrigens nicht auf der Erde. Sie schwebt in einigen Kilometern Höhe und zwar in der Raumstation ISS. Das von den Astronauten genutzte Wunderwerk kostete weit über 500 Millionen € und musste erst vor kurzem auf spektakuläre Art und Weise repariert werden. High-Tech der besonderen Art, wobei alle , aber auch wirklich alle Bestandteile der Wiederverwertung zugeführt werden. Das wiedergewonnene Wasser wird z.B. zur Bewässerung der an Bord befindlichen Pflanzen verwendet.